Offenheit

Wo Ihre Daten
wirklich liegen.

Fast jede Buchhaltungssoftware wirbt heute mit «Daten in der Schweiz». Was das im Einzelfall bedeutet, steht dann in der Datenschutzerklärung, in Sätzen, die kaum jemand liest und noch weniger Leute verstehen. Diese Seite erklärt unseren Weg Schritt für Schritt, in normalen Worten, inklusive der Stellen, an denen wir nicht behaupten können, dass alles in der Schweiz bleibt.

Speicherung in der Schweiz. KI-Verarbeitung in der EU. Kein Transfer in die USA.

Warum das zählt

Sie haften, nicht Ihre Software.

Wenn Sie Belege Ihrer Mandanten an einen Dienstleister geben, bleiben Sie nach Schweizer Datenschutzgesetz verantwortlich dafür, wen Sie da beiziehen. Artikel 9 DSG sagt es direkt: Sie müssen sich vergewissern, dass Ihr Dienstleister die Datensicherheit gewährleisten kann. Ein Werbesatz auf einer Startseite reicht dafür nicht. Deshalb legen wir hier offen, was wir tun, damit Sie es prüfen können statt es glauben zu müssen.

Schritt für Schritt

Was mit einem Beleg
wirklich passiert.

Von dem Moment, in dem Sie ein Foto machen, bis die Buchung in bexio steht. Bei jedem Schritt steht, wo er stattfindet.

  1. 01

    Sie melden sich an

    Schweiz

    Wir speichern Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Passwort, dieses aber nicht im Klartext, sondern als Prüfwert, aus dem sich das Passwort nicht zurückrechnen lässt. Wenn Sie es vergessen, können wir es Ihnen nicht sagen, sondern nur zurücksetzen. Das ist kein Mangel, das ist der Sinn der Sache.

  2. 02

    Sie laden einen Beleg hoch

    Schweiz

    Die Datei geht verschlüsselt zu unserem Server in Genf und wird dort mit AES-256 verschlüsselt abgelegt. Website, Anwendung, Datenbank und Dateien liegen alle auf derselben Schweizer Infrastruktur bei Infomaniak. Es gibt keinen Zwischenhalt bei einem amerikanischen Anbieter, auch nicht für die Website selbst.

  3. 03

    Die KI liest den Beleg

    EU, Niederlande

    Für die Texterkennung schicken wir das Bild an Google Vertex AI, in die Region Niederlande. Das ist der eine Schritt, der die Schweiz verlässt. Wir haben ihn bewusst auf einen festen europäischen Standort eingestellt statt auf die Voreinstellung, bei der der Anbieter selbst wählt, wo auf der Welt gerechnet wird. In den USA wird nichts verarbeitet.

  4. 04

    Der Anbieter darf damit nichts anfangen

    Vertraglich

    Wir nutzen den kostenpflichtigen Geschäftsdienst, nicht die Gratis-App. Dort sichert Google vertraglich zu, Kundendaten nicht für das Training seiner Modelle zu verwenden. Bei den kostenlosen Varianten steht in den Bedingungen ausdrücklich das Gegenteil: dort dürfen Inhalte zur Verbesserung der Dienste genutzt und von Menschen gesichtet werden. Es ist dasselbe Modell und ein völlig anderer Vertrag.

  5. 05

    Das Ergebnis kommt zurück

    Schweiz

    Konto, Betrag, Steuersatz und Buchungstext landen wieder in Genf, zusammen mit dem Originalbeleg. Ab hier verlässt der Beleg die Schweiz nicht mehr.

  6. 06

    Sie geben frei, wir übertragen

    Schweiz zu bexio

    Erst wenn Sie freigeben, geht die Buchung über die offizielle Schnittstelle an bexio. Wo bexio seine Daten hält, bestimmt bexio, nicht wir. Das steht in deren Datenschutzerklärung, und Sie sollten es dort genauso nachlesen wie bei uns.

Die drei Missverständnisse

Sätze, die anders klingen
als sie gemeint sind.

Keiner dieser Sätze ist gelogen. Sie werden nur regelmässig anders verstanden, als sie gemeint sind, und einige Anbieter leben ganz gut davon.

«Ihre Daten liegen in der Schweiz»
Das ist eine Aussage über den Lagerort, nicht über den Verarbeitungsort. Eine Datei kann in Zürich liegen und trotzdem zum Auslesen an einen Rechner im Ausland geschickt werden. Beides ist zulässig, beides ist üblich, aber es ist nicht dasselbe. Wer nur den Lagerort nennt, hat die eigentliche Frage nicht beantwortet.
«Wir hosten auf europäischen Servern»
Der Standort eines Servers sagt nichts darüber, welchem Recht sein Betreiber untersteht. Das Bundesamt für Justiz und die Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich halten seit Jahren dasselbe fest: Ein Rechenzentrum in Europa schliesst den Zugriff US-amerikanischer Behörden nach dem CLOUD Act nicht aus, solange ein US-Konzern dahintersteht. Das betrifft auch uns, weil wir für die Texterkennung einen US-Anbieter einsetzen. Wir schreiben es hin, statt es wegzulassen.
«Wir arbeiten mit KI, natürlich datenschutzkonform»
Es macht einen sehr grossen Unterschied, welchen Zugang zu einem Modell ein Anbieter gebucht hat. Beim identischen Modell kann in den Bedingungen einmal stehen, dass nichts zum Training verwendet wird, und einmal, dass Inhalte gespeichert und von Menschen gelesen werden dürfen. Der Modellname allein sagt Ihnen also nichts. Fragen Sie nach dem Vertrag, nicht nach dem Modell.
Wo unsere Grenze liegt

Was wir Ihnen nicht versprechen.

Dieser Abschnitt fehlt auf den meisten Anbieterseiten. Genau deshalb steht er hier.

Der KI-Schritt ist nicht in der Schweiz

Er läuft in den Niederlanden. Wir könnten «Verarbeitung in Europa» schreiben und Sie würden vermutlich an die Schweiz denken. Wir schreiben lieber, welches Land es ist.

Die Verarbeitung könnte in der Schweiz laufen, tut sie aber nicht

Es gibt Schweizer Anbieter, die Modelle mit Bilderkennung auf eigenen Servern betreiben. Wir haben sie geprüft und uns bewusst dagegen entschieden. Warum, steht weiter unten, mit Zahlen aus unserem eigenen Test.

Bei einem Strafverfahren geht Gesetz vor Vertrag

Wenn Schweizer Behörden im Rahmen eines Strafverfahrens rechtmässig Daten verlangen, müssen wir sie herausgeben. Das gilt für uns wie für jeden anderen Anbieter in der Schweiz. Wer Ihnen etwas anderes verspricht, verspricht etwas, das er nicht halten kann.

Gemessen, nicht behauptet

Wir haben beide Wege
gegeneinander laufen lassen.

Bevor wir uns festgelegt haben, schickten wir rund 3000 Belege durch beide Systeme. Fotos und PDFs, quer durch alle Qualitäten, vom sauberen Scan bis zur zerknitterten Quittung bei schlechtem Licht. Dieselben Dateien, einmal über ein offenes Modell, das vollständig auf Schweizer Servern läuft, einmal über unseren heutigen Aufbau.

rund 3000 Belege im Vergleich, Fotos und PDFs aus dem echten Betrieb
35 bis 40 % der Felder mussten beim Schweizer Modell von Hand nachgebessert werden
5 bis 10 % sind es bei unserem heutigen Aufbau

Dazu kam die Zeit: unser heutiger Aufbau war rund 40 Prozent schneller. Für Sie hiesse ein Wechsel also mehr Korrekturen und längere Wartezeit, und die Zeitersparnis, für die wir mit einer Garantie geradestehen, wäre dahin.

Deshalb ist unser heutiger Aufbau der Standard. Die Verarbeitung auf Schweizer Servern richten wir trotzdem ein, wenn Sie es wünschen, und wir sagen Ihnen vorher, was das an Genauigkeit und Zeit kostet. Wir wiederholen den Vergleich, sobald ein neues Schweizer Modell erscheint, denn dieser Markt bewegt sich schnell.

Letzter Vergleich: Juli 2026, eigener Test mit unserem eigenen Belegbestand. Wir nennen den geprüften Anbieter nicht, weil ein Modellstand von heute in einem halben Jahr überholt sein kann und wir niemanden auf einer Momentaufnahme festhalten wollen.

Unter der Haube

Warum das Ganze auch
morgen noch steht.

Ein Dienst kann datenschutzrechtlich einwandfrei sein und Ihre Belege trotzdem verlieren. Deshalb gehört dieser Teil auf dieselbe Seite.

Rechenzentrum
Unsere Infrastruktur steht bei Infomaniak in Genf. Deren Rechenzentren sind nach Angaben des Betreibers auf Tier III ausgelegt. Auf Deutsch: Strom und Kühlung sind doppelt vorhanden, und es lässt sich daran warten, ohne den Betrieb abzuschalten. Ein einzelner Defekt legt nichts still.
Verschlüsselung
Auf dem Übertragungsweg verschlüsselt, im Speicher verschlüsselt mit AES-256. Wer die Festplatte in die Hand bekäme, hätte damit nichts.
Sicherungskopien
Ihre Daten liegen nicht nur an einem Ort. Wir halten drei Kopien: die Arbeitskopie und zwei Sicherungen, auf zwei verschiedenen Systemen, davon eine in einem anderen Rechenzentrum. Gesichert wird jede Nacht automatisch um 03:00 Uhr, Zeitzone Europe/Zurich. Und wir spielen die Sicherung regelmässig testweise zurück, denn ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist kein Backup, sondern eine Hoffnung. Letzter planmässiger Sicherungslauf: 19. August 2026, 03:00. Letztes erfolgreiches Rückspiel: 16. August 2026.
Trennung der Mandate
Jedes Mandat ist datenseitig getrennt. Kein Kunde sieht Belege eines anderen, auch nicht versehentlich, weil die Trennung nicht an der Oberfläche hängt, sondern an der Datenabfrage selbst.
Der Betreiber
Infomaniak ist nach eigenen Angaben seit 2018 nach ISO 27001 zertifiziert und gehört mehrheitlich einer Schweizer Stiftung, nicht einem ausländischen Konzern.
Zum Selberprüfen

Fünf Fragen, die Sie
jedem Anbieter stellen sollten.

Uns eingeschlossen. Wenn ein Anbieter bei einer dieser Fragen ausweicht oder pauschal auf die Datenschutzerklärung verweist, ohne die Stelle zu nennen, wissen Sie genug.

  1. 1

    In welchem Land wird der Beleg gelesen, nicht gespeichert?

    Die Antwort muss ein Land sein, nicht ein Kontinent und nicht «in der Cloud». Unsere Antwort: Niederlande.

  2. 2

    Welcher KI-Zugang genau, und was steht im Vertrag zum Training?

    Der Modellname allein reicht nicht. Unsere Antwort: Google Vertex AI als Geschäftsdienst, keine Verwendung für Modelltraining.

  3. 3

    Steht hinter der Verarbeitung ein US-Konzern?

    Wenn ja, ist der CLOUD Act ein Thema, unabhängig vom Serverstandort. Unsere Antwort: für die Texterkennung ja, für Speicherung und Betrieb nein.

  4. 4

    Wo genau steht das in Ihrer Datenschutzerklärung?

    Lassen Sie sich den Abschnitt zeigen. Wenn die Startseite etwas anderes sagt als die Datenschutzerklärung, gilt die Datenschutzerklärung.

  5. 5

    Wann wurde Ihr Backup zuletzt erfolgreich zurückgespielt?

    Auf diese Frage kann kaum ein Anbieter ein Datum nennen. Hier zeigt sich, wie sauber jemand wirklich arbeitet.

Stand: August 2026. Wir aktualisieren diese Seite, sobald sich an unserem Aufbau etwas ändert.

Fragen Sie uns alles.

Wenn etwas auf dieser Seite unklar ist oder Sie mehr Details brauchen, etwa für Ihre eigene Dokumentation nach Artikel 9 DSG, schreiben Sie uns. Sie bekommen konkrete Angaben, keine Marketingsätze.

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